Stephan Bodzin – Liebe ist
Stephan Bodzin brachte 2007 mit dem Album „Liebe Ist“ sein Debütalbum heraus. Nach mehreren Jahren als durchaus bekannter Produzent und DJ in der Szene der deutschen elektronischen Musik und zahlreichen Vinylplatten gründete er sein eigenes Label Herzblut Recordings, auf welchem das Album gleich als erstes Release veröffentlicht wurde. Insgesamt gibt es 11 Tracks mit einer Gesamtspiellänge von rund 72 Minuten.
Stephan Bodzin nimmt uns mit seinem Album mit auf eine Reise durch unterschiedliche musikalische Welten, aus deren Bann man sich nur schwer befreien kann. Mondfahrt fängt mit einer dezenten Melodie im Hintergrund an, untermalt von rhythmischen Klopfklängen. Nach und nach richten sich die Elemente aus, die Bassline nimmt ihren Lauf, und die Reise beginnt. Der Künstler arbeitet mit verschiedenen Elementen und sich abwechselnden Melodien, die alle darauf hinaus gehen, einen auf das Album einzustimmen. Das Lied baut sich, ebenso dezent wie es begann, auch wieder ab. Planet Ypsilon – die Rakete ist gelandet, und man befindet sich auf einer anderen Welt. Hier steht die Bassdrum im Vordergrund, untermalt von den ab und zu erklingenden Tönen des Planeten. Alle Elemente des Liedes, die nach und nach hinzukommen, fangen an sich auszurichten, sie überlappen sich und das ganze Spektakel wird immer melodiöser und intensiver – doch der Höhepunkt fehlt.
Was wäre die Welt ohne Liebe? Diese Frage stellt sich auch Stephan Bodzin, und führt den Hörer mit dem namensgebenden Lied Liebe Ist… zurück auf die Erde. Vorerst die ruhige Bassline, die sich nach und nach mit den anderen Klängen vermischt, ein Ruckeln, eine Änderung im Bass, und schon kommt die Melodie hinzu. Der Künstler arbeitet sehr genau und wissend was er tut mit den Elementen – nicht zu spärlich, um nicht in der Monotonie zu versinken, aber auch nicht zu exzessiv, um dem Minimal Techno gerecht zu bleiben. Das Lied ist der erste Höhepunkt des Albums.
Nach diesem Ausflug von Planet Ypsilon hinüber zur Liebe erwartet den Höher mit Fahrenheit ein Track zum Entspannen, doch allzu sehr zurücklehnen darf man sich bei diesem Werk ebenfalls nicht. Eine kurze Pause mit köstlichen Basslines und synthetischen Klängen aus der elektronischen Musik – und schon fliegt das Raumschiff wieder. Turbine beschleunigt die Reise nun, nach dieser kleinen Pause, wieder ein wenig. Gezielt gesetzte Klänge und Geräusche, die sich mit den plötzlichen Tönen des Synthesizers vermischen. Das Raumschiff beschleunigt und beschleunigt, und auf einmal wieder Stille – wir erreichen den höchsten Punkt unserer Reise, Luka-Leon. Melancholische Klänge erreichen die Ohren, sich wohltuend vermischend, um dann von der Bassline mitgerissen zu werden.
Wenn ein Track auf dem Album als progressiv bezeichnet werden kann, dann ist das dieser. Kerosene gibt mit seinen prächtigen Klängen und Bässen noch einmal Energie, und füllt die leeren Tanks wieder auf, bevor wir uns dem zweiten und letzten Höhepunkt nähern. Der Sonnenwind hat das Raumschiff erfasst, wir kontrollieren die Kontrolle und entschwinden in der tiefen Landschaft des Liedes, in welche uns der Wind hinführt. Von Monotonie kann man hier nicht sprechen, eine Mischung diverser Elemente der vorherigen Lieder, perfekt vereint und untermalt von der penetranten Bassline. Meteor schleudert den Hörer wieder zurück auf den Boden, die Töne sind klar, die Bassline avantgardistisch. Müde von der Reise gibt uns Leuchtkraft mit den tiefen, dezenten Stimmen die nötige Kraft, um noch einmal das Tanzbein zu schwingen, und sich auf das Ende der Reise vorzubereiten. Mit Vendetta blicken wir wieder zurück auf unsere Reise, auf all die Impressionen, die uns hier begegnet sind, auf all die Melodien und Basslines dieses Meisterwerks. Die Bassline spielt in diesem abschließenden Lied nur die zweite, begleitende Rolle. Wichtig sind, und waren bei Stephan Bodzin schon immer, nur die Melodien und Töne, mit denen er uns in neue Welten entführt.
MegaCard-Scout Nikola Marinkovic

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