Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
Am 20. April 2010 ereignete sich die schlimmste Ölkatastrophe der Geschichte.Auf der Ölbohrplattform Deepwater Horizon, im Golf von Mexiko, kam es zu einer Explosion, wodurch die Plattform zwei Tage später sank und elf Mitarbeiter starben.
In die Katastrophe ist einer der weltgrößten Konzerne verwickelt: BP, seine Partner und Subunternehmer, sowie der Betreiber der Ölplattform, Transocean Ltd.
Ein Arbeiter der Plattform hat angegeben, dass schon vor dem Super-GAU ein wichtiger Teil des Blowout Preventers (Blowout Preventer sind Notventile, welche im Falle eines plötzlichen Überdrucks das Bohrloch sehr schnell abdichten.) beschädigt war, jedoch wurde die Produktion aus Kostengründen nicht gestoppt, sodass das Leck nicht repariert werden konnte.
Die genaue Menge des ausgetretenen Öles ist unbekannt, doch laut BP-internen Dokumenten fließen bis zu 16 Millionen Liter Öl täglich ins Wasser, dies ist das 100 fache von der Menge, die der Konzern anfangs angab, jedoch geht man mittlerweile davon aus, dass es „nur“ 5,5 – 9 Millionen Liter täglich waren.
Dutzende Tierarten, von Krebsen bis zu Vögeln und Säugetieren, sind durch die Ölpest vom Aussterben bedroht. Kommentare wie, „Wir glauben bp nicht mehr!“, hört man nicht selten von aufgebrachten US-Bürgern.Da nun auch schon, nach Louisiana, in Florida der Notstand ausgerufen wurde, steigt der Zorn der Bewohner gegenüber BP weiter.
Auch an US-Präsident Obama werden scharfe Worte gerichtet. So spielte er lieber Golf, als an den Unfallort zu fahren. Nun wird dem ersten afroamerikanischem Präsidenten vorgeworfen, den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben und der Regierung wird vorgeworfen zu spät gehandelt zu haben.Laut AP-GfK empfinden 52% der Befragten Obamas Krisenmanagement als äußerst unzureichend. Da war es wohl weg, das Image „Obama, no drama“. Die Katastrophe sei „Obamas Katrina“, wird über das Versagen der Regierung gesagt.
Während Obama Golf spielte, sorgte BP-Chef Tony Hayward mit einem ähnlichen Verhalten für weitere Aufreger, da er am Wochenende an einer Segelregatter teilnahm. „Hayward ist einfach gefühlskalt. Ich denke, er sollte mit jemandem da draußen sein und versuchen, das Leck zu stopfen.“, so ein Küstenbewohner. Nur das Öl gönnt sich leider keine Pause und sprudelt auch am Wochenende weiter ins Meer. Auch vor Gericht sorgte der BP-Chef mit unpassenden Antworten, wie „Ich bin kein Ingenieur“, oder „Darüber weiß ich nichts“, für Empörung und Hayward wurde das Krisenmanagement entzogen, da er ja anscheinend sowieso nicht wusste, um was es geht. BP gestand schlussendlich eine Reihe von Fehlern ein und ist bereit 20 Milliarden US-Dollar Entschädigung zu zahlen.
Viele Methoden das Leck zu stopfen wurden eingesetzt, unter anderem die Top-Kill-Methode, eine der bekanntesten Versuche, bei welcher das Leck mit Schlamm und Beton gestopft werden soll. Am 30. Mai gab BP an, dass der Versuch fehlgeschlagen war. Auch Taucher konnten nicht in diese Tiefe gelangen.
Viele Prominente, wie Lady Gaga, Rise Against oder die Backstreet Boys, um nur einige wenige zu nennen, wehren sichgegen BP, indem sie den Riesenkonzern boykottieren. Viele Menschen überall auf der Welt eifern ihren Idolen nach. So kommt es, dass die „Facebook“-Gruppe „Boycott BP“ über 650.000 Fans hat.
Am 3. August meldete BP den Erfolg bei der Versiegelung des Lecks. Die Aktion „Static Kill“ sei erfolgreich gewesen! Menschen überall auf der Welt sind erleichtert. Die schlimmste Ölpest aller Zeiten ist anscheinend vorbei. Am 5. August meldete BP, dass das Leck sei nun versiegelt und kein Öl fließe mehr aus dem Bohrloch. Experten kritisierten jedoch die vorschnelle Entwarnung der US-Regierung.
Einige Wissenschafter glauben, das Öl sei nun in die Nahrungskette gekommen, so dass auch wir es mit den Lebensmitteln mitessen. Außerdem, habe die Ölpest BP bis jetzt nun 6 Milliarden Dollar gekostet, jedoch sei dies nur der Anfang!
Am 15. August fuhr der US-Präsident, Barack Obama, gemeinsam mit seiner Familie zum Golf von Mexiko und badete dort im Meer. Was für eine tolle PR-Aktion!
Am 19. August entdeckten Wissenschafter einen riesigen Ölteppich in der Tiefsee. Kamen die Entwarnungen zu früh? Am 25. August setzte BP winzige Bakterien ein, um das Öl zu bekämpfen. Auf den ersten Blick ist diese Methode wirksam, da schon große Teile des Öl verschwunden sind.
Abseits der Jubelmeldungen der US-Regierung und BP, gibt es auch zahlreiche kritische Wissenschafter, die keinesfalls an ein Ende der Ölpest glauben. Ihrer Meinung nach hat sich das Öl lediglich im Meer verteilt, was nur mit speziellen Geräten sichtbar ist.
Grundsätzlich stelle ich mir die Frage, ob es nicht auch andere Methoden gibt, Energie zu gewinnen.
Es ist meiner Meinung nach sinnvoller, die unvorstellbare Summe von 6 Milliarden Dollar in die Forschung von alternativen Energien zu investieren. Dadurch wird vielleicht in der Zukunft die gefährliche Tiefseebohrung nach Erdöl überflüssig.
Die Natur wird es uns danken!
MegaCard Scout Christoph Hornik
Foto: © 2010 BP Europa SE

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