Kaufsucht – Wenn Einkaufen zum Zwang wird
Kaufsucht – Wenn Einkaufen zum Zwang wirdDas Thema Kaufsucht wurde in den letzten Jahren immer populärer. Nicht allzu selten hört man von vorwiegend jungen Frauen und Männern, dass diese ihr monatliches Budget überziehen und durch den Kauf oftmals unwichtiger Güter in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Einen neuen Fall der Sucht stellt die 19jährige Alexa da. Sie geht regelmäßig in das am nächsten liegende Shoppingcenter und achtet dabei nur viel zu selten auf ihr Geld, wodurch es keine Seltenheit ist, dass sie ihr Konto überziehen muss.
Alexa zeigt die typischen Anzeichen einer Kaufsucht und damit steht sie nicht alleine da, denn jede zweite Frau ist kaufsuchtgefährdet! Und laut einer AK-Studie sind junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren am stärksten davon betroffen.
Es kann viele Gründe für ein auffälliges Kaufverhalten geben: Bei manchen ist es eine teure Freizeitbeschäftigung, anderen hilft es bei der Problembewältigung und wieder andere wollen immer auf dem neuesten Stand sein und nur hochmoderne Technikgeräte in ihren Wohnungen haben und mit der neuesten Mode aus dem Haus gehen. Ein ebenso wichtiger Punkt wie die Problembewältigung ist die Belohnung. Einige gehen bei schlechter Laune und Traurigkeit Frustshoppen, für andere kann das Einkaufen zur Belohnung werden. Bei guten Erfolgen in der Schule oder im Büro gönnt man sich doch gerne einmal ein Paar neue Schuhe oder den neustens iPod von Apple.
Im Allgemeinen spricht man häufiger von einer Kaufsucht bei Frauen als bei Männern. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass die Werbung jeden erreicht und allgegenwärtig ist. Werbung treibt die Kaufbereitschaft bei einigen jungen Menschen erheblich an. Kaum sieht Mann das neue Prospekt von Media Markt, drängt sich der Wunsch nach einem neuen Handy auf. Bei Frauen weckt die Werbung von Zara und anderen angesagten Modefirmen wohl bestimmt mehr Interesse, aber das Prinzip und der Erfolg für Unternehmer bleiben die selben.
Es gibt eine Reihe wichtiger Faktoren, die unser Kaufverhalten beeinflussen. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Stimmung und eine effektive Werbung ausschlaggebend sind.
Wenn der Verdacht aufkommt, man selbst oder eine Person im näheren Umfeld überschätzt ihre finanzielle Situation und verliert allmählich die Kontrolle in Bezug auf ihre Ausgaben, sollte man dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hinter jedem unnatürlichem Verhalten steckt etwas mehr, meist beeinflusst von der Psyche. Eine übermäßige Bereitschaft zum Einkaufen kann sowohl psychische als auch finanzielle Folgen haben. Man wird immer abhängiger von dem Zwang einkaufen zu gehen und stürzt sich dadurch immer weiter in eine finanzielle Krise: Konten müssen überzogen werden, Schulden entstehen und nicht selten werden Kredite aufgenommen. Dadurch kommt es wieder zu psychischen Belastungen und es entsteht ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer ausbrechen kann.
Wenn man erkannt hat, dass man unter einem Konsumwahn leidet, ist der erste Schritt bereits gemacht. Denn sich eine Sucht einzustehen ist der schwierigste Schritt. Bei weniger schweren Fällen reicht eine Einschränkung des Taschengeldes durch die Eltern vollkommen aus. Die Erziehungsberechtigten sollten als Vorbild fungieren und ihren Kindern Grenzen setzen, falls es zu auffälligem Verhalten kommt. Bei schon etwas ernsteren Fällen helfen Selbsthilfegruppen und Gespräche mit Experten.
Meiner Meinung nach gibt es mehrere Grade der Kaufsucht. Einige sind nur gefährdet, andere jedoch bringt es ihren finanziellen Ruin.
Ich finde Shoppen sollte Spaß machen und sollte keinesfalls zum Zwang werden. Sicherlich beeinflusst uns die Werbung stark, aber wenn wir nur einen Moment vor dem Kauf noch einmal überlegen, ob wir diese Tasche wirklich brauchen oder uns Gedanke darüber machen würden, ob wir uns den neuen Flachbildschirmfernseher auch leisten können, würde unser Urteil eventuell anderes aussehen. Der Fernseher würde wieder im Regal stehen anstatt in der eigenen Wohnung, verbunden mit einer großen finanziellen Belastung.
MegaCard-Scout Carina Pölzl

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