Familie oder Karriere - eine schwierige Entscheidung
Im April/ Mai 2011 wurden 800 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren zum Thema „Familie oder Karriere“ vom Ministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend befragt. Dabei ist zu beobachten, dass das Wort Familie spontan bei den Jugendlichen positive Assoziationen hervorruft. Darüber hinaus wurde klar, dass traditionelle Rollenbilder immer noch vorherrschen. Die Jugendlichen sind der Meinung, dass wenn der/ die Partner/in genug verdient, der/ die andere gerne Hausfrau/ Hausmann wäre. Bei diesem Ergebnis fragt man sich, ob Familie und Karriere unter einem Hut zu bringen sind oder ob man sich entscheiden muss.
Ein wichtiges Argument für die Familie ist das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Die meisten Jugendlichen verbinden mit dem Begriff Familie fast ausschließlich Positives. 60 Prozent der Mädchen und 34 Prozent der Burschen geben auch an, dass sie einmal heiraten möchten und 55 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Burschen möchten später Kinder haben. Das deutet darauf hin, dass der Begriff Familie mit Zusammenhalt, Hilfe und Geborgenheit verbunden ist. Aus diesem Grund wünschen sich auch viele Jugendliche, eine eigene Familie gründen zu können.
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Der Familie steht aber die Karriere gegenüber, die sehr viele Menschen auch als wichtig erachten. Vor allem für Frauen ist es problematisch, sich im Beruf zu verwirklichen wenn sie schwanger werden. Nach der Schwangerschaft bleiben sie einige Wochen/Monate zu Hause und danach ist es oft schwierig, wieder im Berufsleben einzusteigen. Für die Männer ist es allerdings auch schwierig, Familie und Karriere zu vereinen. Wenn sie im Beruf eine hohe Position anstreben, ist das mit viel Zeitaufwand verbunden. Immerhin meinen 95 Prozent der befragten Mädchen und 79 Prozent der befragten Burschen, dass Männer genauso für Kindererziehung zuständig sind wie Frauen.
Weiters ist die Familie für viele mit Tradition verbunden und traditionelle Rollenbilder sind bis heute noch vorhanden. So meinen beispielsweise 78 Prozent der Mädchen und 76 Prozent der Burschen, dass Kinder unter 3 Jahren von ihren Eltern zu Hause betreut werden sollten und diese Vorstellung stammt eigentlich aus der Vergangenheit.
Auf der anderen Seite sind viele Menschen der Meinung, dass Familie, vor allem Kinder, mit Sorgen und Kosten verbunden sind. Es gibt zu wenige Kinderbetreuungsplätze und bereits das stellt für viele ein Problem dar. In der Umfrage meinten nur 31 Prozent der Befragten, sowohl männlich als auch weiblich, dass Kinder von 3 bis 6 Jahren zu Hause von ihren Eltern betreut werden sollten. Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit für ihre Kinder eine Betreuung brauchen würde, was auch mit Kosten verbunden ist.
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Trotzdem ist es wichtig, den Ausgleich zwischen Familie und Beruf zu finden. Diese Meinung vertreten 76 Prozent der befragten Mädchen und 53 Prozent der befragten Burschen. Sie meinen, dass man sich nicht nur auf einen Teilbereich des Lebens konzentrieren sollte, sondern versuchen sollte, „die goldene Mitte“ für sich zu finden. Da gäbe es die Möglichkeit, dass beide Elternteile abwechselnd in Karenz gehen. Das finden auch 53 Prozent der Burschen und 75 Prozent der Mädchen. Das wäre auch ein wesentlicher Beitrag zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen.
Einige Befragte finden aber auch, dass Kinder viele Sorgen im Leben bereiten und es fast unmöglich ist Karriere und Familie zu vereinen. Sie fürchten sich davor, wie sie mit einer möglichen Krankheit des Kindes umgehen sollen und fragen sich, ob sie dadurch nicht vielleicht ihren Job verlieren könnten. Sie machen sich auch Sorgen, dass sie nicht genug verdienen und deshalb ihre Familie nicht über die Runden bringen könnten. Es ist auch zu vermuten, dass aus diesem Grund 34 Prozent der Burschen und 55 Prozent der Mädchen zu Hause als Hausfrau/ Hausmann bleiben würden, wenn ihr Partner/ ihre Partnerin so viel verdienen, dass der Lebensunterhalt gesichert wäre.
Ich bin der Meinung, dass man den richtigen Ausgleich zwischen Familie und Beruf finden sollte und sich nicht auf einen Bereich des Lebens spezialisieren darf. Ich finde ebenfalls, dass Kinder unter 3 Jahren zu Hause bleiben sollten und sich die Eltern um die Betreuung der Kinder kümmern sollten. Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, dass Männer und Frauen abwechselnd in Karenz gehen.
Scout Stanislava





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