Die „heilige und unschuldige“ Kirche
Kirche - eines der wohl umstrittensten Wörter der letzten Wochen und warum das so war, wissen wir bestimmt alle, dennoch möchte ich in diesem Artikel auf das Thema Kirche, Kirchenaustritte und den vorgeworfenen Missbrauchsfällen in der Kirche aufmerksam machen.
Zu Beginn möchte ich eine kleine „Rechnung“ aufstellen: In ganz Österreich gibt es in rund 4.000 Priester, genauer gesagt exakt 3.818, wobei man nach den Vorfällen in den letzten Wochen davon ausgehen kann, dass diese Zahl nicht mehr ganz aufrecht ist. Außerdem sind in Österreich 5.53 Millionen Menschen Katholiken. Dividiert man also die Zahl aller römisch-katholischen Bürger unseres Landes durch die der Priester, erhält man eine Zahl von rund 1.500 Personen. Ein „durchschnittlicher“ Priester hat daher 1.500 Menschen zu, sagen wir mal, betreuen. Er muss diesen 1.500 Menschen den Glauben an Gott vermitteln, hört sich einerseits ganz easy an, andererseits eine heikle Aufgabe.
Warum eine heikle Angelegenheit? Nun ja, wie man in den letzten Wochen gehört hat, kam es in unserer „heiligen“ Welt der Kirche zu dutzenden, nein sogar, zu hunderten Missbrauchsfällen. Missbrauchsfälle sind nichts Neues, doch was neu ist, ist die Präsenz in der Öffentlichkeit dieser. Ein Opfer wagte es mit seiner Geschichte in die Medien und schon war ein Stein der Empörung und Fassungslosigkeit ins Rollen geraten. Ja, Bürger, Katholiken, sogar Jugendliche, Priester, Diakone, Bischöfe, Kardinäle und der Papst sprachen von einem tragischen Geschehen, das man nicht verzeihen könne.
Was ist heute mit diesen Worten, wo bleibt die gerechte Strafe? Meiner Meinung nach, ist der Papst ein Mann großer Worte, doch keinesfalls großer, herausragender Taten. Er meint mit einem sogenannten „Hirtenbrief“, der wohlgemerkt nur an Irland adressiert war, wäre die Sache erledigt und er könne sich gemütlich wieder in sein Zimmerchen zurück ziehen und den Fällen ausweichen. Ich meine, dass etwas unternommen werden muss.
Seien wir uns mal ehrlich, wenn ein Mann innerhalb seiner Familie Gewalt anwendet, wird er sofort von der Öffentlichkeit verurteilt und muss, höchst wahrscheinlich, seine Tat im Gefängnis absitzen. Und Pfarrer? Die müssen im schlimmsten Fall ihre jeweilige Gemeinde verlassen, wobei ich mir persönlich nicht sicher bin, ob sie einige Monate später, dann nicht doch in einem anderen Ort oder einer anderen Stadt ihren Beruf wieder aufnehmen.
Kirchenaustritte. Sie steigen und fallen. Wobei wir zum heutigen Zeitpunkt an einem Tiefpunkt angelangt wären. 2007 verzeichnete man lediglich 36.858 Kirchenaustritte, schon ein Jahr später haben 40.595- Katholiken der Kirche, laut „kathpress“, den Rücken gekehrt. Und wie viele es heute sind möchte ich erst gar nicht erwähnen, sonst fällt vielleicht noch der eine oder andere vom Stuhl. Soviel sei gesagt: Die Zahl hat sich um ein Vielfaches erhöht. Gründe für diese „Wahnsinnszahl“ an Kirchenaustritte gibt es einige. Einerseits spielt das Geld eine wichtige Rolle.
Die sogenannte Kirchensteuer, die ein „Überbleibsel“ des Diktators Adolf Hitler ist, ist nicht ganz unschuldig daran, dass immer mehr Menschen beschließen aus der Kirche auszutreten. Viele sehen nicht ein, dass sie für die Kirche, mit der man eigentlich den Glauben an Gott verbindet, auch noch „blechen“ müssen. Wobei erwähnt werden muss, dass man, wenn man beispielsweise eine Taufe oder Hochzeit feiern will, noch extra Geld aufwenden muss, um den Priester zu bezahlen und noch viele andere Dinge. Und nun die zahlreichen Missbrauchsfälle. Sie lassen natürlich auch die Zahl der Kirchenaustritte in die Höhe schießen.
Meiner Meinung nach, wird sich dies auch in einigen Jahren nicht beruhigt haben und die Menschen werden, auch aufgrund der Wirtschaftskrise, keine „Lust“ haben, sowie das nötige Geld aufbringen können, um der Kirche, die sich in letzter Zeit viel zu viele Fehltritte erlaubt hat, ein Mitglied der Kirche zu bleiben.
Nun kann sich ein jeder seine eigene Meinung, zu den von mir erwähnten Themen, bilden.
MegaCard-Scout Lena Radics
Foto: © Stefan Schiermeier

Kommentare
Ich glaube das einige sich
Ich glaube das einige sich nicht mehr mit der katholischen Kirche verbunden gefühlt haben, aber noch nicht den Entscheiden anstoß bekommen hatten auszutreten. Die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle, waren dieses entscheidenede Ereignis, was zu so einen enoremen Anstieg der Austritte geführt hat.
Ich würde aber meinen, dass die Kirchensteuer nicht ein bedeutender Kritikpunkt ist, sondern das die katholische Kirche keinerlei Tendenzen zeigt ihre dogmatischen Ansichten zu überdenken und sich der Zeit anzupassen. Einige andere Kritikpunkte sind z.B. das veraltete Rollenbild der Frau, ihre Haltung gegenüber Homosexuellen oder auch ihre Aussagen was Kondome und damit in Verbindung Aids betrifft. Mir hat der Artikel gut gefallen, weil er kritisch aber doch objektiv war. Ich wollte diese paar Punkte noch ergänzen, die für mich Ausschlaggebend waren.
Nina Langer