Der Impressionismus

Der Begriff Impressionismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich und setzte sich später in ganz Europa durch. Diese Stilrichtung wurde aus der Malerei entnommen und auf die Literatur und Musik (Claude Debussy) übertragen. Er beinhaltet die ästhetische Grundhaltung, die vom dauernden Wechsel der Perspektiven lebt und kehrt vom Naturalismus, von der Politik, vom Subjektivismus und vom Individualismus ab. Im Mittelpunkt des Impressionismus stehen der sinnlich-subjektive Eindruck, der einmalig-unverwechselbare Augenblick und der nur flüchtige Reiz, wie es in Claude Monets „Impression, soleil levant“ oder in Gustave Caillebottes „La Place de l’Europe, temps de pluie“ zu sehen ist. Was zählt ist der Augenblick, wobei sich die Dichter durch gesteigerte Sensibilität und verfeinerte Wahrnehmungs- und Reizempfindlichkeit auszeichnen.

Aus der philosophischen Perspektive betrachtet, gibt es laut dem Philosophen des Impressionismus Ernst Mach, kein menschliches Ich. Das Bewusstsein des Menschen bestehe aus Empfindungen, Erinnerungen, Stimmungen, Gefühlen und Erfahrungen, die in einem geordneten kontinuierlichen Strom auftreten. Somit ist die „Persönlichkeit“ eines Menschen nur eine scheinbare Einheit und bestehe in Wirklichkeit aus wechselnden Verbindungen von Merkmalen. Das Empfundene verzerrt das Wahrgenommene, denn das was ich sehe, muss nicht unbedingt mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Auch die Stimmung eines Menschen lässt die Situation nicht der Realität entsprechend aussehen. Somit mangelt es dem Menschen an Unterscheidung von Eindruck und Wirklichkeit und die Geschlossenheit der Persönlichkeit geht verloren, wie Mach in seinem berühmten Satz „Das Ich ist unrettbar“ verdeutlicht.

Als Errungenschaft des literarischen Impressionismus gilt der „innere Monolog“. Es wird der Bewussteinsstrom einer Person wiedergegeben. Andeutungen, Gedankenfetzen, Zwischentöne, Empfindungen, Gesprächsteile soll der Leser assoziativ verbinden. Diese Art von Darstellungsform hat Arthur Schnitzler in „Leutnant Gustl“ gebracht.

MegaCard Scout Maral Abdollahi
Foto: istock/PaulGlck

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