Der Brenner und der liebe Gott – Wolf Haas
Vor kurzem habe ich das Buch „Der Brenner und der liebe Gott“ von Wolf Haas gelesen, welches mir sehr gut gefallen hat. Zuerst kurz etwas über den Autor: Er wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren und studierte später in Salzburg. Haas wurde als Autor von Kriminalromanen bekannt und bekam für drei davon sogar den Deutschen Krimipreis.
Nun zum Inhalt: Die Hauptfigur Simon Brenner ist Ex-Polizist und Ex-Privatdetektiv. Jetzt ist er Privatchauffeur des vermögenden Ehepaars Kressdorf. Herr Kressdorf ist Bauunternehmer mit Firmensitz in München und Frau Kressdorf ist Frauenärztin und Inhaberin einer Abtreibungsklinik in Wien. Somit findet ihre Beziehung relativ genau in der Mitte, nämlich in Kitzbühel, statt. Dort besitzen sie ein Wochenendanwesen. Nur Helena, ihre Tochter, ist immer auf der Strecke zwischen Wien und München – zwischen Mutter und Vater also. Brenners Aufgabe ist es somit, die zweijährige Helena zwischen ihren Eltern hin- und her zu chauffieren. Als Brenner einmal vergisst, zu tanken bevor er Helena abholt, muss er mit der Kleinen zur Tankstelle fahren. Dort verschwindet Helena aus dem Auto, obwohl Brenner sich ganz sicher ist, das Auto zugesperrt zu haben, bevor er zum Bezahlen ins Tankstellengeschäft gegangen ist. Er sucht die Kleine überall, doch Helena ist wirklich nicht mehr da! Enführt sozusagen.
Brenner ist sehr verzweifelt, zumal auch auf dem Überwachunsvideo der Tankstelle nichts Verdächtiges aufgezeichnet wurde. Somit wird Brenner selbst verdächtigt, der wiederum verdächtigt den Abtreibungsgegner Knoll von „Pro Leben“, denn dieser hat in der Vergangenheit schon einige Drohungen gegenüber Helenas Mutter, Frau Kressdorf, ausgesprochen.
Längere Zeit tut sich nichts im Fall Helena Kressdorf, doch dann erfährt Brenner, dass Herr Kressdorf gar nicht Helenas leiblicher Vater ist und vermutet somit, dass Helenas leiblicher Vater, Herr Stachl, Obersenatsrat und Bankdirektor, sie entführt haben könnte. Dieser Verdacht widerlegt sich allerdings bald und Brenner findet im Wochenendanwesen der Kressdorfs eine Leiche. Es ist die Leiche des Abtreibungsgegners Knoll. Es folgen noch weitere sechs Todesfälle, ehe Frau Kressdorf ihre kleine Tochter endlich wieder in die Arme schließen kann.
Ich fand das Buch gut geschrieben, bin jedoch der Meinung, dass der Schreibstil Haas‘ gewöhnungsbedürftig ist und bestimmt nicht jedermanns Sache sein wird.
MegaCard Scout Anna Otto
Foto: istock/PaulGlck

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