Barcelona
Wer hat es noch nicht gehört, und wer will noch nicht hin? Barcelona ist im Moment der Ort, wo die Post abgeht. Natürlich wollte ich auch mitreden können und beschloss mit meinem Freund, dass unser nächster Urlaub dorthin geht. Ein Hotel, das uns gefiel, hatten wir schnell gefunden – nur dort noch einen Platz zu bekommen, erwies sich als eher schwierig. Im Reisebüro schlugen sie uns andere Hotels vor, im Internet suchte und suchte ich nach Seiten, die noch Restplätze anboten und direkt über das Hotel zu buchen, wäre dann zu teuer gekommen. Doch letztendlich waren wir hartnäckig genug – und hatten um rund 700€ pro Person, 2 Wochen im Juli, Frühstück und Flug in dem 4****-Hotel „Comfortel Barcelona“ ein relativ gutes Angebot ergattert.
Nach einigen Wochen und vielen beneidenden Blicken („Wow, ganze zwei Wochen in Barcelona!“) gings also endlich los. Fliegen war für mich nichts Neues, für meinen Schatz allerdings schon – und nach einigen Minuten wurde dann Platz getauscht und viele „Wolken-von-oben“-Fotos geschossen. Gut gelandet und glücklicherweise auch gut im Hotel angekommen (was mich verwundert hat, da unser Taxi-Fahrer eine dezente Alkohol-Fahne hatte) mussten wir uns gleich alles genauer anschauen: den Pool auf dem Dach, den Blick über die Stadt, den Strand und die „Rambla“ in Miniformat, direkt hinter unserem Hotel. Da kamen wir dann auch in den Genuss unseres ersten Barcelona-Essens – hätte eindeutig besser sein können, aber nach einem ganzen Tag ohne Essen war uns das relativ egal. 
Am nächsten Tag dann wurde der Entdeckungs-Radius größer – wir haben die U-Bahn-Station entdeckt. Ziemlich günstig und auch schnell kamen wir dadurch in die Stadt, aber aufgepasst: wenn viel los ist, hat man schnell mal eine fremde Hand auf der Suche nach Geld in der Umhängetasche! Bald fanden wir die ersten Antoni Gaudi-Häuser und ich war wirklich begeistert! Ich fürchtete schon, dass wir ewig anstehen würden, um hinein zu kommen, aber nach ca. 10 Minuten in der Sonne (ohne Sonnencreme) waren wir auch schon drin und sahen uns „La Pedrera“ an.

Auf unserem Stadtplaner sah es so aus, als wären wir auch bald bei der Sagrada Familia, die Kirche, deren Bau seit mehr als 100 Jahren dauert. Der Weg dorthin war dann doch länger, mittlerweile hatten wir beide schon einen schlimmen Sonnenbrand, Hunger, Durst und die Beine taten uns weh. Da kamen uns die Rundfahrten der Touristen-Busse gerade recht – Hunger, Durst und Sonnenbrand wurden dadurch zwar nicht gestillt, aber die Beine konnten sich von den gefühlten 1000 km, die wir bei unserer Entdeckungsreise schon gelaufen waren, wieder ein bisschen erholen. 42 Euro für 2 Personen und einen ganzen Tag ein- und aussteigen in einen Bus haben sich gelohnt: so viel hätten wir mit unserem Fuß-Mercedes nicht gesehen – 1. Haltestelle: Park Güell. Dort entstehen die typischen Barcelona-Fotos, auf der Mosaik-Terrasse sitzend, vor dem ursprünglich als Marktplatz gedachten riesigen Platz, auf dem es von Touristen nur so wimmelt.

Die weitere Fahrt stiegen wir nicht mehr aus, wir waren wirklich geschafft – man braucht schließlich schon eine Weile, bis man sich vom kalten Tirol aufs ca. 40°C heiße Barcelona umgewöhnt hat. Aber wir sahen noch das Fußballstadion, Barcelona von oben, den Hafen und noch viel, viel mehr. Nachdem wir uns also am ersten Tag schon die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bis auf die Sagrada angeschaut hatten, chillten wir einige Tage am Strand oder am Pool, gingen shoppen, holten uns noch mehr vom Sonnenbrand und entdeckten die richtige Rambla, wo die Turnhalle, der Zoofachhandel und der Markt auf der Straße zu finden sind.

Ich war ja schon des Öfteren allein im Urlaub, in Barcelona möchte ich abends jedoch nicht allein auf der Straße sein. Erstens wir man alle 5 Schritte angequatscht: „(H)Asch, Marihuana, Koks?“ und zweitens erschrak ich ziemlich als plötzlich jemand brüllte, eine Eisenstange von einem der Marktstände holte und offensichtlich ziemlich wütend war. Die Stange ließ er jedoch dann schnell fallen, als sechs Polizisten mit Schlagstock um ihn herum standen. Außerdem hab ich noch nie so viele eingeschlagene Autofenster bzw. die Scherben als Überreste davon gesehen oder so viele Sirenen gehört wie in Barcelona – scheint ein gefährliches Pflaster zu sein.
Durch unsere zwei Wochen, die wir in Barcelona Zeit hatten, schafften wir es sogar ins größte Aquarium Europas und in den Zoo. Beides war ein wirklich tolles Erlebnis. Im Aquarium fanden wir Nemos, Doris und sogar Bruces. Sah ich zwar schon öfter, aber der 80 m Tunnel (mit Laufband) hat mich wirklich beeindruckt. Auch der Zoo war echt super! Man kommt so nahe an die Tiere ran, wie in sonst keinem Tierpark. Ein Höhepunkt vom Urlaub war eindeutig die Delphin-Show. Witzig war, dass die Zuschauer am Schluss, den Delphinen auch Kommandos geben wollten, dass sie Saltos machen oder ähnliches, diese wollten aber gar nicht mehr und machten die Leute von oben bis unten nass. Die Delphine haben uns so in ihrem Bann gezogen, dass danach der Kamera-Akku leer war und wir keine Fotos mehr von den Raubkatzen machen konnten, die erst später langsam aufwachten und sich aus ihren Schattenplätzen hervortrauten, weil es wieder so ein unglaublich heißer Tag war.

Wir haben allerdings auch Dinge entdeckt, die in Barcelona nicht besonders sehenswert sind. Dazu gehört der Fernsehturm: schaut zwar von unten ganz nett aus, hat uns aber letztendlich nicht umgehauen: der Weg ist im Reiseführer falsch beschrieben, wir irrten also umher und durften in FlipFlops noch beinahe Berg steigen, wir waren die einzigen zwei Personen, bis auf die zwei doch sehr schrägen Liftjungen, die Fenster waren dreckig und die Aussicht hatten wir auch vom Touristenbus aus schon. Dafür kamen wir in Rio-Stimmung, weil wir sowas wie den Zuckerhut Barcelonas fanden.

An unserem letzten Tag schafften wir es dann noch, früh aufzustehen und uns erneut auf den Weg zur Sagrada Familia zu machen. Und obwohl noch früher Vormittag war, standen wir bestimmt eine halbe Stunde an. Das hat sich allerdings gelohnt. Die Kirche beeindruckt schon von der Vorderseite aus, bei der jedoch umstritten ist, ob Gaudi sie wirklich so gewollt hätte – viel kantiger und weniger Details als man von ihm gewohnt ist, und als er starb war schließlich erst eine Seite der Kirche fertig. Diese ist allerdings unglaublich! Deshalb (und wegen der 90-Minuten-Schlange auf der anderen Seite) fuhren wir auch dort mit dem Lift in den Turm hinauf – runter kam man nur zu Fuß. Ich war zwar schwer beeindruckt und es hat mir wirklich gut gefallen, nur wurde ich recht bald an meine Höhenangst erinnert – die jedoch jeder in Kauf nehmen sollte, denn nicht nur der Ausblick, sondern auch die Bauart der Türme und Wendeltreppen ist wirklich sehenswert.

Danach mussten wir uns leider auch schon ans Packen machen und die zwei Wochen gingen viel schneller um, als wir uns gewünscht hatten und wir stellten auch fest, dass die ganzen Besichtigungen teurer waren, als uns im Einzelnen auffiel. Aber es war ein wunderschöner Urlaub und er war (fast – siehe Fernsehturm) jeden Euro wert. Für alle, die einen Kurztrip planen: Rambla, Park Güell, La Pedrera und die Sagrada Familia nicht verpassen. Wer in der Nähe ist, sollte auch mal am Port Olympic vorbeischauen, dort gibt es tolle Tagesmenüs (ein ganzer Tisch voller Vorspeisen, eine Hauptspeise, Getränk, Nachspeise, Schnaps zum Schluss um 15 Euro) – allerdings werben sie zwar mit diesen, man muss aber dann nochmal extra nachfragen – und es schmeckt leider nicht überall gleich gut (einmal konnten wir nur vom Schokokuchen nicht mehr als einen Bissen essen, weil es echt schrecklich schmeckte) und unbedingt Paellas kosten. Auch Wassersportfans kommen nicht zu kurz: viele Surfer, Kiter und Windsurfer sind unterwegs (in der Nähe des Port Olympic).
Text: MegaCard-Scout Marlene Biermayr
Fotos: MegaCard-Scout Daniel Hammerl

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